Rückblick: Tech Talk – Der große KI-Diskurs

Künstliche Intelligenz ist längst keine Zukunftsvision mehr, sondern Realität in der regionalen Wirtschaft. Doch was bleibt vom Hype, was verändert sich nachhaltig? Und vor allem: Wie gelingt der Start zur echten und sicheren Anwendung im eigenen Unternehmen? Darüber haben iuk-Mitglieder und Gäste beim großen KI-Diskurs im Seedhouse gesprochen – ehrlich, auf Augenhöhe und ganz ohne „Schnappatmung“.

 

Den Blick für die „Low Hanging Fruits“ schärfen

Den Auftakt machte Lisa Marie Höcker (Höcker Polytechnik GmbH) mit einem beeindruckenden Praxisbericht. Ihr Credo für den Mittelstand: „KI ist kein Silicon-Valley-Ding.“ Unternehmen müssten sich zwar dringend mit der Thematik beschäftigen, das Rad dabei aber nicht jedes Mal neu erfinden. Oft reiche der Blick auf den Markt, um bestehende Lösungen für den eigenen Betrieb zu nutzen. An konkreten Beispielen zeigte die Geschäftsführerin, wie Höcker den Einstieg gewagt und die Mitarbeitenden von Anfang an in den Prozess mitgenommen hat.

Nachdenklichere Töne schlug Jan Uhlenbrok an. In seinem kurzweiligen Impuls „Naiv schreibt sich mit AI“ erinnerte der erfahrene Informatiker daran, dass wir KI oft unbewusst mit sensiblen Daten füttern. Auch die stets positive Ausdrucksweise der Systeme könne uns beeinflussen, ohne dass wir es bemerken. Sein Vortrag machte deutlich: Die Folgen einer naiven Technologienutzung sind vielfältig und erfordern ein neues Bewusstsein.

Einfach starten: „Sucht den unzufriedensten Mitarbeiter“

Im Anschluss vertiefte die Expertenrunde die Impulse der Speaker. Moderiert von Kora Blanken, diskutierten Tim Gravemann (pco), Andree Josef (Adam GmbH) und Christian Heermeyer (Dr. Rudel, Schäfer & Partner) gemeinsam mit den Referenten über die Praxis.

Dabei kam aus dem Publikum die entscheidende Frage: Wie gelingt nun der konkrete Einstieg? Die Antwort der Runde war einhellig: Mit den sogenannten „Low Hanging Fruits“. Ein zugespitzter Tipp dazu: „Sucht im Unternehmen nach dem unzufriedensten Mitarbeiter.“ Oft sind es gerade die frustrierenden, repetitiven Aufgaben, die sich perfekt durch KI lösen lassen. Tim Gravemann illustrierte dies am Beispiel eines Ingenieurs, der dank KI-gestützter Erstellung von Produkthandbüchern endlich wieder Zeit für seine Kernaufgaben hat. Ein Fall, der zeigt, wie Kosteneinsparung und Mitarbeitermotivation Hand in Hand gehen können.

Auch die rechtlichen Leitplanken hatten ihren Raum. Auf dem Podium wurde deutlich: Datenschutz und Haftung sind essenziell, sollten aber als Wegweiser für die passende Anwendung dienen und keinesfalls zur Innovationsbremse werden.

Vom Panel an die Tischtennisplatte

Dass der Redebedarf riesig war, zeigte sich spätestens nach dem offiziellen Teil. Die Diskussionen wanderten nahtlos zum Buffet, das – typisch Seedhouse – auf der Tischtennisplatte bereitstand. Genau das macht das iuk-Netzwerk aus: der direkte Draht zueinander, um zwischen Brezeln und Kaltgetränken frische Ideen auszutauschen und praktische Unterstützung in der unternehmerischen Nachbarschaft zu finden.

Ein großes Dankeschön geht an Tobias Münch und Ralf Hohoff für die Initiative, die WFO für das Buffet auf der Platte sowie das Team vom Seedhouse für die Gastfreundschaft und die Erfrischungen.

 

iuk